By | Published On: April 14th, 2020 | Categories: Employee Experience | Tags: , , , |

Als alter UX-ler habe ich häufig auf die Frage, was ich denn eigentlich mache, geantwortet: “UX macht Nutzer glücklich!”. Entsprechend macht Employee Experience Angestellte glücklich. So einfach ist das. 

Fast schon im Gegensatz dazu steht “Employer Branding” – etwas überspitzt formuliert versucht hier ein Unternehmen, sich möglichst gut darzustellen, um möglichst viele Bewerber:innen im “War for Talent” anzulocken. Das Unternehmen steht im Mittelpunkt. Für uns soll die Mitarbeiter:innen im Mittelpunkt stehen, wobei wir das Unternehmen als System immer mitdenken (müssen). 

Amazon liefert bei der Suche nach “Employee Experience” (im Folgenden “EX”) drei amerikanische Bücher((Stand 6.3.2020)), die den Begriff zum Teil sehr mechanistisch verstehen: 

  • “Employee Experience Advantage” (Morgan, 2019) bezieht neben der Kultur auch den physischen Arbeitsplatz und die (IT-) Tools mit ein 
  • “Employee Experience” (Whitter, 2019) versteht EX als Mittel zum Zweck: Glückliche Mitarbeiter:innen sind produktiver 
  • “The Employee Experience” (Maylett, Wride, 2017) sammelt Beispiele aus aller Welt, wie eine positive EX geschaffen wurde/wird. Dieses Buch verfolgt den breitesten und am wenigsten technischen Ansatz 

Wir verstehen EX nicht als Mittel zum Zweck – EX sollte ein Ziel unternehmerischen Handelns sein. Wir verstehen EX sehr breit – Kultur ist nicht der Wurmfortsatz von Raum und Tools, sondern das Zentrum des Geschehens. 

Wikipedia hat zwei Einträge: Employee Experience Management und Employee Experience Design – der eine bezieht EX auf “HR Produkte und Services”, also sehr nah an “UX für HR”; der andere sieht ‚EEM
 als Tool, um letztlich die Customer Experience zu optimieren. EX als umfassendes Konzept wird nicht formuliert. 

Seit ca. 2 Jahren gibt es (wieder mal) im Westen Amerikas “Employee Experience Manager” in den HR-Abteilungen der GAFAs((GAFA = Google, Apple, Facebook, Amazon)) dieser Welt. Wenn der Trend nach Deutschland überschwappt (und in der Regel sollte es jetzt soweit sein), lasst uns dies bitte in der guten alten Tradition der sozialen Marktwirtschaft vernünftig machen – mit dem Herzen dabei und in voller Verantwortung für alle Stakeholder unserer Unternehmen, mit Fokus auf eine lebendige und wertschätzende Kultur, die nicht (nur) die technischen Aspekte von EX betont. 

“Employee Experience” macht Angestellte glücklich. So einfach ist das. Employee Experience beschreibt die Summe aller Erfahrungen, die Angestellte mit einem Unternehmen machen – und die sollten möglichst positiv sein.


Photo by Husna Miskandar on Unsplash

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Autor:in

Tim Bosenick
Tim Bosenick (CEO @SirConsa & uintent). Tim hat über 20 Jahre Erfahrung in der Gründung, Leitung und Begleitung von Unternehmen, begonnen bei Start-ups bis hin zu multinationalen Großkonzernen. Die Arbeit bei den Pfadfindern über mehrere Jahre lehrte ihn viel über die Motivation zur gemeinsamen Arbeit, losgelöst von Geld – ein Ansatz, den er auch in seine derzeitigen Projekte uintent und SirConsa überführt und in seinen Coachings vertritt. Aus diesen Erfahrungen entwickelte er seine Philosophie des geschätzten und motivierten Mitarbeiters als wichtigste Ressource des Unternehmens.

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